Feuerzeuge 

Ursprünglich war das Feuerzeug (von mittelhochdeutsch viurziuc) kein einzelnes Gerät, sondern bezeichnete das Zeug, mit dem man Feuer macht. Man unterscheidet drei Grundmethoden der intentionellen Feuererzeugung:

  • Schlagen (Perkussion) eines Funkenlösers (z. B. Feuerstein) gegen einen Funkengeber (Schwefelkies),
  • Reiben (Friktion) von Holz gegen Holz, siehe Hauptartikel Feuerbohren, und
  • Verdichten (Kompression) von Luft.

Diese Methoden waren weltweit verbreitet und wurden archäologisch und ethnographisch nachgewiesen. Es finden sich in europäischen steinzeitlichen Fundstellen keinerlei überzeugende Hinweise auf Friktionsfeuerzeuge (Feuerbohrer, Feuerhobel, Feuerpflug, Feuersäge). Das urgeschichtliche (steinzeitliche bis eisenzeitliche) Standardfeuerzeug in Europa bestand aus einem Feuerstein, einer Schwefelkies-Knolle Pyrit oder Markasit und Zunder aus einem Baumschwamm (Zunderschwamm). Ein Teil des ältesten bekannten europäischen Feuerzeuges, eine kleine Schwefelkiesknolle mit umlaufender Abnutzungsspur vom Funkenschlagen, wurde in der Vogelherdhöhle in Baden-Württemberg in einer Fundschicht aus dem frühen Jungpaläolithikum (Aurignacien) entdeckt und auf ca. 32.000 Jahre vor heute datiert. Funde aus jungsteinzeitlichen Gräbern legen nahe, dass die Utensilien in einem am Gürtel befestigten Lederbeutel aufbewahrt wurden. Eine Nachbildung ist links im Bild zu erkennen. Im Leibgurt der Gletschermumie Ötzi vom Similaunjoch fanden sich Reste eines Schlagfeuerzeuges in Form von Zunderschwamm mit eingeschlossenen winzigen Schwefelkieskristallen (die sog. schwarze Masse); die zugehörige Schwefelkiesknolle und ein Feuerschlagstein fehlen jedoch. Seit der späten Römerzeit um 400 n. Chr. wurde die Schwefelkiesknolle durch ein kohlenstoffreiches und gehärtetes Stück Schmiedestahl ersetzt (Feuerstahl).

Schon 250 v. Chr. entdeckte Ktesibios, dass ein von ihm verwendetes Luftdruck-Geschütz Funken sprühte, wenn der Kolben den Zylinder verließ. [1]. 1770 erfand Dumouriez ein pneumatisches Feuerzeug, bestehend aus einem Zylinder, in den ein Kolben mit etwas Feuerschwamm in einem Hohlraum am Ende möglichst schnell hinein getrieben wird. Dieser Feuerschwamm entzündet sich durch Kompressionshitze und die Glut kann genutzt werden. Im Jahr 1803 wurde dieses Feuerzeugsystem durch den Franzosen Joseph Mollet weiterentwickelt und ab 1806 als Tachypyrion angeboten.

Die Urform des modernen Feuerzeuges erfand der Chemiker Johann Wolfgang Döbereiner, der - von Johann Wolfgang von Goethe gefördert - an der Universität Jena lehrte. Er entwickelte 1823 das Platinfeuerzeug, das mit Hilfe von Zink und Schwefelsäure Wasserstoff erzeugt. Der Wasserstoff strömt aus einer Düse auf einen Platinschwamm, der den Wasserstoff aufgrund der katalytischen Wirkung des Platins entzündet.

Die US-Firma Repeating Light Co. in Springfield erhielt 1865 ein Patent auf von ihr entwickelte Taschenfeuerzeuge. Moderne Taschenfeuerzeuge gibt es seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts, als der Österreicher Carl Auer von Welsbach 1903 die pyrophore Legierung für Zündsteine erfunden hatte. Das nach ihm benannte Auermetall findet bis heute Verwendung in Einwegfeuerzeugen.